„Auf der Spielfreude kann man nur surfen“

Was ist euer liebstes Wortspiel aus der Inszenierung?

Caner Sunar: Mein liebstes Wortspiel, das ist vielleicht kein Wortspiel, ist Neles Text: „Bus ist langes Auto, Auto ist kurzer Bus“. Das mag ich total.

Franziska Kleinert: Meine Lieblingsszene ist zum Schluss: „Und falls heut dein Geburtstag ist, wünsche ich dir: alles Gute. Und falls heute nicht dein Geburtstag ist, wünsch ich dir: auch alles Gute“.

Drei Personen sitzen im Gespräch um einen Tisch. Die Person links sitzt in einem senfgelben Sessel und gestikuliert mit beiden Händen. Die beiden anderen wenden sich ihr zu und hören zu.
Nele Winkler, Caner Sunar und Franziska Kleinert stehen bein „Leichter Gesang“ zusammen auf der Bühne. Foto: Holger Rudolph

Wie ist der Text entstanden?

Nele Winkler: Den Text haben wir mit Nele Stuhler zusammen geschrieben. Ich mag den Text sehr gerne.

Caner Sunar: Wir haben uns mit Nele Stuhler während der Textentwicklungsphase ein paarmal zu Leseworkshops getroffen. Dort haben wir Verschiedenes gelesen, was sie geschrieben hatte. Ich kann mich aber auch erinnern, dass Nele Stuhler uns einen Text von Schiller mitgebracht hat: „Der Handschuh“. Da hat jede:r erzählt, was im Kopf geblieben ist. Nicht alles ist im Text geblieben, aber lustige Sachen sind definitiv dabei rausgekommen. Nele, von dir weiß ich, dass du auch sehr gut schreiben kannst. Ihr entwickelt auch sehr viel eure Stücke selbst.

Nele Winkler: Ja, wir entwickeln auch eigene Stücke am RambaZamba.

Habt ihr auf der Bühne die Möglichkeit zu improvisieren?

Caner Sunar: Ja, wir improvisieren alle gern. Aber Franzi hat ein besonderes Talent dafür. Franzi ist einmal bei der Probe auf die Bühne gegangen und wollte ein Gedicht vortragen. Nur hatte sie kein Gedicht vorbereitet. Sie hat es einfach in dem Moment erfunden und das hat sich zu einer vierzigminütigen Improvisation entwickelt.

Franziska Kleinert: Ja. Das habe ich einfach so eingebaut.

Der Text war ursprünglich Teil der Autor:innentheatertage am Deutschen Theater Berlin. Wie ist er in den regulären Spielplan gekommen?

Caner Sunar: Die vierzig Minuten, die dafür entwickelt wurden, kamen so gut an und die Reaktionen vom Publikum waren so gut, dass das Haus entschieden hat, den Abend in den Spielplan aufzunehmen. Dann hatten wir auch nochmal eine längere Probenphase.

Wie schaut ihr auf die Kostüme?

Caner Sunar: Während der Überarbeitung haben wir gemerkt, dass der spaßige Text das Wichtigste ist, und dort wollten wir den Fokus setzen. Der Text funktioniert am besten, wenn man den einfach so sagt ohne ein großes Bühnenbild oder aufwendige Kostüme, die dann eine Bedeutung haben könnten. Es wird nichts verortet und alles bleibt sehr abstrakt.

Nele Winkler: Die Kostüme mag ich. Sie sind schön bunt.

Hättet ihr Lust, in anderen Theaterbereichen Erfahrungen zu sammeln?

Nele Winkler: Im Jahr 2027 will ich beim Deutschen Theater Berlin ein Praktikum in der Dramaturgie machen. Da freue ich mich sehr drauf.

Caner Sunar: Nele ist an vielem interessiert, auch an Regieassistenz und allgemein der Theaterproduktion.

Nele Winkler: Ich habe auch schon ein Praktikum bei den Salzburger Festspielen gemacht. Das ist schon ganz lange her.

Franziska Kleinert: Ich mache im Friedrichstadt-Palast auch ein Praktikum. In der Maske und bei den Kostümen.

Dieselben drei Personen im Gespräch. Die Person links beugt sich aus dem Sessel nach vorn und streckt eine Hand aus. Die Person rechts legt ihre Hand darauf, während die Person in der Mitte spricht.
Nele Winkler, Caner Sunar und Franziska Kleinert spielen sehr gern zusammen. Foto: Holger Rudolph

Warum spielt ihr gern zusammen?

Franziska Kleinert: Weil man mit den Leuten gut klarkommt. Und weil man die Leute gut kennt.

Caner Sunar: Ich spiele sehr gern mit dem RambaZamba-Ensemble. Es ist schon manchmal anstrengend, zusammen zu proben, zusammen was zu entwickeln und Absprachen zu treffen. Aber das RambaZamba-Ensemble ist so unglaublich talentiert und ich habe noch nie so eine große Spielfreude erlebt. Man kann sich einfach nach der Premiere auf jede weitere Vorstellung freuen. Auf der Spielfreude kann man nur surfen. Das Publikum liebt das, ich liebe das als Kollege. Sie motivieren mich.

Nele Winkler: Für mich ist das auch so. Vor allem mit Caner spiele ich total gern! Wir haben dazu auch ein cooles Kooperationsprogramm mit dem Deutschen Theater Berlin.

Franziska Kleinert: Es ist immer eine große Freude, wenn die Schauspieler und Schauspielerinnen von zu Hause kommen und man sich wieder sieht. Da bin ich immer ganz schnell da und sage allen guten Tag. Knuddeln gehört auch dazu. Besonders mit Caner knuddle ich auch immer. Wenn ich den sehe, muss ich knuddeln, keine Wahl.

Gab es auch Sachen, die nicht so gut gelaufen sind in der Zusammenarbeit?

Nele Winkler: Neee. Meistens gefällt mir alles. Caner spricht nur manchmal zu schnell. Da verstehe ich dann gar nichts mehr.

Franziska Kleinert: Nee, das versteht man dann überhaupt nicht. Ich habe selbst das Problem. Ich muss langsamer sprechen. Und manchmal verpasse ich meinen Einsatz. Die Momente müssen wir dann retten.

Caner Sunar: Bei solchen Momenten haben wir auch die Möglichkeit, aus dem Text rauszugehen und einen Kommentar zu formulieren. Das ist dann besonders lustig, denn woher will das Publikum wissen, dass es nicht doch zum Text gehört?

Nele Winkler: Ich helfe euch dann auch – der ganzen Gruppe.

Die Vorstellung in Mainz ist vorerst die Dernière. Wie fühlt ihr euch?

Nele Winkler: Ich freue mich heute schon auf die Vorstellung.

Franziska Kleinert: Es ist schön hier in Mainz, aber schade, dass es jetzt die letzte Vorstellung von Leichter Gesang ist. Da wird es bestimmt Tränen geben.

Nele Winkler: Aber wir haben die Hoffnung, dass es vielleicht doch weitergehen kann. Es ist ein wichtiges Stück für uns. Es kann noch nicht zu Ende sein.

Caner Sunar: Für den Fall, dass wir heute Dernière haben, wird heute fett gefeiert!